Für Existenzgründer bieten wir Unterstützung auf dem Weg zur Selbständigkeit an. Als Erstes stellt man sich folgende Fragen. Wie und wo soll ich mich anmelden? Welche Unternehmensform passt zu meinem Vorhaben besser? Welche Vor- und Nachteile bringt es für mich?
Hier werden einige Themen aufgeklärt.
 
Wenn Sie bei der Gründung unsere Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, dann schicken Sie uns eine Anfrage. Wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen.
 
Gewerbeanmeldung
 
Viele Existenzgründer machen mit der Gewerbeanmeldung den ersten Schritt in die berufliche Unabhängigkeit. Die Gewerbeordnung (GewO) regelt in Deutschland alle Modalitäten rund um die selbstständige gewerbliche Tätigkeit. Demnach ist die selbstständige Ausübung eines Berufs anzeigepflichtig. So muss jeder Bürger vor der Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit eine Anzeige bei den zuständigen deutschen Behörden machen. Die Gewerbeanmeldung stellt somit eine unabdingbare Voraussetzung für den Gewerbegründer dar. Anzeigepflichtig sind außerdem Zweigniederlassungen, unselbstständige Zweigstellen und Betriebsverlegungen.

Wann und wo muss eine Gewerbeanmeldung erfolgen?
Zu den gewerblich ausgeübten, selbstständigen Tätigkeiten gehören die auf Dauer angelegten, auf Gewinnerzielung gerichteten und sozial unwertigen Berufen. Davon ausgenommen sind die Urproduktion wie die Landwirtschaft, die freien Berufe mit höherer Bildung wie Ärzte, Anwälte und Künstler sowie die bloße Nutzung und Verwaltung des Eigenvermögens. Anzeigepflichtig ist jede Neugründung von Haupt- und Zweigniederlassungen sowie von unselbstständigen Zweigstellen. Die Gewerbeanmeldung erfolgt bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer, in der Handwerkskammer oder in der Gemeinde am Firmensitz. Für die erlaubnisfreien gewerblichen Tätigkeiten stellt diese Anzeige die einzige gesetzlich vorgeschriebene Gründungshandlung dar.

Anmeldung von erlaubnispflichtigen Gewerben
Zu den erlaubnispflichtigen Gewerben gehören selbständig ausgeübte Tätigkeiten (Immobilienmakler, Gastwirte) sowie bestimmte handwerkliche Tätigkeiten, deren Ausübung eine Erlaubnis erfordert. Bei diesen Gewerben ist neben der Gewerbeanmeldung auch eine Erlaubnis oder eine Eintragung in die Handwerksrolle notwendig.

Überwachungsbedürftige Gewerbe gem. § 38 GewO
Einige Gewerbe sind nicht erlaubnispflichtig, unterliegen aber einer besonderen behördlichen Überwachung. Zu diesen Gewerbezweigen zählen unter anderem der Handel mit hochwertigen Konsumgütern, Edelmetallen, Edelsteinen und Altmetallen, die Auskunftserteilung über persönliche Angelegenheiten und Vermögensverhältnisse, die Vermittlung von Eheschließungen, Bekanntschaften und Partnerschaften, die Tätigkeiten der Reisebüros und der Reiseveranstalter, die Versicherungsgeschäfte sowie die Herstellung und den Vertrieb von diebstahlbezogenen Öffnungswerkzeugen. Bei der Anmeldung von überwachungsbedürftigen Gewerben ist neben der Gewerbeanzeige eine Überprüfung der Zuverlässigkeit des Gewerbetreibenden notwendig.

Unterlagen für die Gewerbeanmeldung
Für die Anzeige eines Gewerbes benötigen Sie zuerst ein Formular, das von der zuständigen Behörde bereitgestellt wird. Nach Ausfüllung und Abgabe erhalten Sie sofort eine Bescheinigung über die Gewerbeanmeldung. Über die Gewerbeanzeige werden andere Behörden wie Finanzamt und Handwerkskammer automatisch informiert. Zu den Voraussetzungen für die Anmeldung einer selbstständigen gewerblichen Tätigkeit gehören die Volljährigkeit oder die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts. Die Anmeldung soll vor Beginn der Tätigkeit erfolgen. Dazu benötigen Sie Kopien von Personalausweis oder Reisepass. Juristische Personen brauchen den Handelsregisterauszug oder den Gesellschaftsvertrag. Bei überwachungsbedürftigen Gewerben werden ein Führungszeugnis und ein Gewerbezentralregisterauszug verlangt. Nicht-EU-Ausländer müssen einen Aufenthaltstitel, der selbständige Tätigkeit erlaubt, besitzen. Ausländer aus EU-Mitgliedsstaaten benötigen einen übersetzten und beglaubigten Zuverlässigkeitsnachweis aus ihrem Herkunftsland.

 
GmbH vs. UG

Auf dem Weg zum eigenen Unternehmen müssen Existenzgründer vielfältige Hindernisse überwinden. Zu den ersten Herausforderungen für werdende Geschäftsinhaber gehört die Wahl der richtigen Rechtsform. Ob GbR, OHG, GmbH, UG, Ltd. oder AG – die Entscheidung fällt schwer und beeinflusst maßgeblich die Prozesse im zukünftigen Unternehmen. Die Wahl der Rechtsform hat wirtschaftliche, steuerliche und rechtliche Folgen. Deshalb müssen sich Gründer bereits im Vorfeld mit grundsätzlichen Aspekten des geplanten Vorhabens umfassend auseinandersetzen. Dabei entscheiden sich die meisten werdenden Unternehmer für zwei Rechtsformen – die UG oder die GmbH.

Was sind GmbH und UG?
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Unternehmensgesellschaft (UG) sind Kapitalgesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie sind juristische Personen, die durch ihre Geschäftsführung vertreten werden und selbstständig im Geschäftsverkehr auftreten. Bei diesen Rechtsformen ist die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Die Gesellschaften können dabei Eigentum erwerben und Vermögen besitzen. Die Rechte und Pflichten der Kapitalgesellschaften sind von denen der Gesellschafter und der Geschäftsführer abgegrenzt.

Die Unterschiede zwischen GmbH und UG
Auf den ersten Blick sind die Unterschiede zwischen einer GmbH und einer Unternehmensgesellschaft nicht ganz klar auszumachen. Dennoch stellt die UG eine Form der GmbH dar und wird im Volksmund als Mini-GmbH bezeichnet. Weiterhin existieren einige wichtige Punkte, in denen sich beide Gesellschaftsformen unterscheiden.

GmbH vs. UG
Der erste Unterschied zwischen GmbH und UG besteht beim Mindeststammkapital. Für die Gründung einer GmbH ist ein Stammkapital von mindestens 25.000 € erforderlich, während eine UG mit einem Euro gegründet werden kann. Deshalb ist die Unternehmensgesellschaft eine attraktive Rechtsform für Existenzgründer mit geringem Startkapital, welche die Haftungsbeschränkung nutzen möchten. Im Gegensatz zur GmbH werden bei der UG jedoch keine Sachgründungen zugelassen – das Stammkapital darf also aus keinem materiellen Wert bestehen.
Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Rechtsformen stellen die Gründungskosten dar: Bei der GmbH können die Kosten für die Gründung schnell die 1.000-Euro-Marke erreichen. Eine UG-Gründung mit Musterprotokoll kostet in der Regel nur 240-300 € - also deutlich günstiger.
In puncto Gewinn besteht auch ein Unterschied zwischen UG und GmbH. Die UG ist verpflichtet, ein Viertel des jährlichen Gewinns als Rücklage einzubehalten, bis zum Erreichen des Startkapitals einer GmbH in Höhe von 25.000 €. Danach kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden. Diese Umwandlung ist jedoch an keiner rechtlichen Vorschrift gebunden und erfolgt auf Wunsch der Gesellschafter und der Geschäftsführer. Eine UG kann von maximal drei Personen gegründet werden.

Jeder Gründer muss im Endeffekt für sich selbst entscheiden, welche der beiden Rechtsformen die bessere für sein Unternehmen ist.

 

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